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| IDEE | |
| Brunnenviertel / Möbelviertel / Bierviertel / 16er Viertel. | |
| Gegenwärtige, flüchtige Augenblicke verschiedenster menschlicher Begegnungen, menschliche Wege in der Privatsphäre wie in der Öffentlichkeit - Bewegungen eines Wiener Stadtviertels - werden über den Projektzeitraum durch temporär installierte goldhaltige Bodenfelder aufgenommen. | |
| Die daraus entstanden Spuren werden konserviert und als meditative Zeitfelder eines künstlerischen Gestaltungsprozesses in utilitären sozialen Kunstobjekten vereint. Es entstehen: "Erhabene Biertische" und "Eiserne Jogltische". | |
| UMSETZUNG | |
| An verschiedensten Orten im 16. Bezirk, in privaten Wohnungen, Geschäftslokalen und öffentlichen Gebäuden, werden in Eingangs- und Durchgangsbereichen goldhaltige und goldene Bodenschwellen unterschiedlicher Grösse installiert. | |
| Die Schwellen bestehen aus Fotomotiven die durch Blattvergoldung bzw. durch Affichierung von Sturmgold (mittels auf Seidenpapier leicht haftenden Blattgolds) anfangs gänzlich bedeckt, somit unsichtbar sind. Durch das Begehen werden die Bildinhalte teilweise freigelegt und dabei das Gold der Erde zurück gegeben. | |
| Die Motive stammen einerseits aus dem privaten Bereich von im Bezirk lebenden Menschen verschiedenster sozialer Gruppen und zeigen realistische, "ernsthaft / spielerische" Bilder von Familie, Herkunft, Heimat wie von persönlichen, intimen Ereignissen. Kinderzeichnungen sind erwünscht und können auch einfliessen. | |
| Andererseits werden von mir, durch themenspezifisch geprägte Besuche und der Durchwanderung des Ottakringer Bezirks, gleichsam als ein "Fremder in der Heimat", entstehende Eindrücke fotografisch aufgenommen - distanzierte Einblicke aufgezeichnet - und in eine eher abstrakte, die Installationsorte verbindende Struktur gebracht. | |
| Motive und Orte der Bodenschwellen werden zueinander in inhaltlicher Spannung stehen und auf Nomadentum und Sesshaftigkeit verweisen. | |
| Nach Beendigung des zuvor festgelegten Gestaltungszeitraums werden die Schwellen deinstalliert. Anschliessend werden die Schwellen zerteilt und konzeptuell, mit Bezug zur Zahl 16, neu zusammengefügt. Verschiedenste Motive, Orte und menschliche Spuren werden in ein Spannungsfeld gebracht und als Tafeln von Tischobjekten, hinter Sicherheitsglas konserviert. | |
| Die Tischobjekte werden als "Eiserne Jogltische" und "Erhabene Biertische" ausgeführt und widerspiegeln in Material und Form die Themenvorgabe. Bei einem möglichen Verkauf der Tischobjekte durch ansässige Fachbetriebe soll ein gewisser Anteil des Kaufpreises als "Vollendende Formgebung im Sozialbereich" sozialen Notfällen oder sozialen Projekten im Bezirk zugute kommen. | |
Johannes Angerbauer, November 2001 |
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