Konzept der 52. Handlung
| ORT: | Linz, Generali Landesdirektion |
| ZEIT: | September 1999 |
| ART: | Environment |
IDEE:
| Der Löwe als Beherrscher der Erde, der Adler als Beherrscher der
Lüfte. Auf meinem Kunstweg der T.A. fand ich im Jahr 1988 den Adlerkopf aus grauem
Schiefergestein und 1991 den Löwenkopf aus rotem, vulkanischem Gestein. Der Löwe wird
dem Evangelisten Markus, der Adler dem Evangelisten Johannes zugeordnet. Am Abend des 17.
Juli 1996 blickte ich aus meinem Atelierfenster im Reithofferwerk in Steyr. Bei der
Betrachtung des gegenüberliegenden, leuchtenden Generali Logos verbanden sich Adler,
Löwe und Logo zu einer Der genaue Zeitpunkt der ersten schriftlichen Notiz der Initialidee war der: 18. Juli 1996 um 00:27:00 Uhr. |
| PAX TIBI MAR CE E |
VAN GELI STA MEUS |
PAX TIBI MAR CE |
EVAN GELIS TA MEUS |
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| GENERALI Löwe |
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Markus Löwe in Venedig |
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EINLEITUNG :
"Als 1797 die
siegreichen Soldaten der französischen Republik Venedig besetzten, wurde von der neuen
revolutionären Stadtverwaltung ein Edikt erlassen, das alle Markuslöwen, die indessen
zum Symbol der alten aristokratischen Stadtverfassung geworden waren, zu zerstören seien.
Unzählige Löwenkunstwerke wurden damals vernichtet, aber der Haupt- und
Staats-Löwe" von der Säule auf der Piazetta wurde gerettet: Napoleon hatte ihn
ebenso wie die vier Pferde von der Markuskirche als Reiseandenken nach Paris mitgenommen.
1815 kehrte er zurück. Aber in welchem Zustand ! In vier Stücke zerbrochen, die sich
kaum wieder zusammenschweißen ließen... (Aus: Fundament 1/1992 >Markuslöwe statt Adler< von Prof. Dr. Hans Urbanski) |
Mensch sein |
Weg |
Idee
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Kunst |
Wahrheit |
Verantwortung
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die Zeit |
das Gold |
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das Wappen
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und das Fundament
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1997 jährte sich zum 200sten Mal die napoleonische Löwen-Kunst-Vernichtung in Venedig. Die Initialidee war es, ein globales, konzernverbindendes Kunstprojekt zu verwirklichen, bei welchem Menschen jeden Alters, Geschlechts oder sozialen Standes, jeder Rasse, Religion oder Nationalität gemeinsam und gleichberechtigt als Kunde oder Mitarbeiter - einfach aus ihrem täglichen Weg heraus - ein verbindendes Gesamtkunstwerk schaffen. Es ist die Idee mit Mitteln der T.A. - der Kunst und ihrer Evolution im sozialen Feld - ein Projekt zu verwirklichen, in dessen Zentrum der Mensch und sein Weg stehen, sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden, bei dem sich die Kunst selbst - als Muse der Wahrheit - prozeßdurchlaufend und am Ende aufgerichtet, im Licht als Schönheit manifestieren kann. "Die Rückkehr der Löwen", anfänglich als ein globales, konzernverbindendes Projekt gedacht, reduzierte sich auf regionale, landesweite Dimensionen und konzentrierte sich dann auf den Kern der Idee: den Generali-Löwen als das Fundament eines T.A. Kunstprojekts. |
UMSETZUNG:
Bei der Neueröffnung der Generali Landesdirektion in Linz, wird an einem noch im Detail zu bestimmenden, zentralen Ort des Generaligebäudes eine 200x200cm große, mittels "Übergoldtechnik" blattvergoldete Gestaltungsfläche auf dem Boden installiert. Unter der Blattgoldschicht befindet sich als Bildinhalt - anfangs zur Gänze unsichtbar - der geflügelte Löwe des Generali Logos. Dieser Bildinhalt wird mittels Siebdrucktechnik auf Acrylglas aufgebracht. Acrylglas als Material für den Bildträger wird hier erstmals von mir verwendet. Mit seinen Materialeigenschaften - leicht und nichtsplitternd - nimmt es Bezug auf die vorgegebene Wandsituation im Foyer und auf die Beständigkeit des Bildinhalts. Menschen werden bei der Neueröffnung über diese Goldfläche gehen und ihre Spuren darauf hinterlassen. Die anfangs matt strukturierte Blattgoldoberfläche wird durch das Begehen verdichtet und poliert. In weiterer Folge wird der rote Generali-Löwe partiell freigelegt. Er erscheint damit gleichsam als ein elementares Gold tragendes, den menschlichen Weg aufnehmendes und beide verbindendes Symbol. Nach Beendigung des Gestaltungszeitraums - die exakte Definition dieses Zeitpunkts soll prozessbezogen vom "Hausherrn" bestimmt werden - wird die Gestaltungsfläche als ein zur Wandskulptur mutiertes Objekt an dem dafür bereits vorgesehenen Platz an der Wand gegenüber der Eingangssituation aufgerichtet und mit einer Distanz von 12cm an der Wand montiert. Durch die mit den T.A.Projekten seit 1997 konzeptuell verbundene Formgebung im Sozialbereich als vollendende Spur, wird in visueller Nachbarschaft der Skulptur eine Prozessdokumentation in Form einer Foto- und Textlegende installiert. Adler und Löwe, als Fundstücke und Wegmarken zur Initialidee, werden im erweiterten Umfeld (Foyerbereich) der Wandskulptur installiert.
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| Die Wandinstallation besteht aus vier
Elementen:
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1 und 2 - "Steinadler" und "Lavalöwe" als Wegmarken der Inspiration 3 - Die goldene Wandskulptur als vermittelndes Element 4 - Prozess(Foto)dokumentation als erweiternde Informationsebene
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| Die Fotodokumentation wird von Walter Ebenhofer
geschaffen werden. Sie wird die architektonische Situation des Gestaltungsortes vor dem
Begehen der Goldfläche und den Gestaltungsprozess am Tag der Eröffnung umfassen.
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Johannes Angerbauer, im Dezember 1998 |
"Stein - Adler" (click to enlarge)
gefunden 1988 vor meinem damaligen Atelier in Steyr
"Lava - Löwe" (click to enlarge)
gefunden 1991 an den Lagunen des Golfo auf Lanzarote
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