KONZEPT

Ab 04.11.1999 bis 2000 - Ein Environment in 4 Räumen
Raum 1 - Der primäre Galerieraum
Das Thema der T.A.Margareta dominiert den Raum. Die 16 Teile des goldenen Minenfelds #16 befinden sich als Wandobjekte im vorderen Teil des Raums. Sie sind als im Licht aufgerichtete Goldminen der Menschlichkeit zu verstehen, hervorgegangen aus der Inspiration zu einer "Hommage an das Margaretenfenster".
Der Eingang in den Galerieraum führt am 4. November, dem Tag der Vernissage, über ein 16-teiliges Goldfeld. Jeder Besucher hinterlässt darauf seine Spuren und wird somit zum aktiven Teil eines Gestaltungsprozesses. In Grösse und Anzahl der Teile entspricht dieses Goldfeld dem Minenfeld der 56. Handlung - der "T.A.Margareta". Als Material des Bildträgers wird hier jedoch, wie bei der vor kurzem realisierten 52. Handlung, der "TA MEUS", Acrylglas verwendet. Nach dem Eröffnungstag wird das Goldfeld abgebaut und als Teil von zukünftigen Wandobjekten ein dezentraler Prozessor von "e-papermine" Objekten.
Im hinteren Teil des Raums, gegenüber dem Eingang, hängt ein 16-teiliges Glasfenster in echtgoldrotem Farbton. In den 16 Teilen des "goldroten" Fensters widerspiegeln sich  in den Medaillons der 16 goldenen Wandobjekte die vereinten Spuren der Besucher der Bischofsmesse, die am 25. Juli 1999 in der Pfarrkirche Stift Ardagger anlässlich des Margaretenfestes stattfand - übersetzt als in Goldglas geätzte menschliche Spuren des Lichts.
Ebenfalls im hinteren Bereich des Raumes ist ein Computer mit Drucker und Internetzugang zur online-Website der T.A.Margareta situiert. In seinem Umfeld finden sich aus dem Internet ausgedruckte "Digitagen" der einzelnen Goldminen und Informationsdrucksorten des Vereins Medica Mondiale, einer Hilfsorganisation für kriegstraumatisierte Mädchen und Frauen - Gold, Kunst und Soziales digital verwoben.
Das Thema der goldenen Eingangsschwelle bilden Frontispizes und konzeptuell gewählte Seiten antiquarischer Bücher, welche derzeit als aktuellste Entwicklung meiner Arbeit zu "e-papermine" Objekten gestaltet werden.
Über der Goldschwelle ist eine Videokamera installiert.
Raum 2 - Der Vor-Raum zu Raum 3
An der Wand gegenüber dem Eingang befindet sich ein Synergieobjekt zur T.A.05599, der Stationierung des 20. Transformators auf der Golden Gate Bridge in San Francisco. In diesem Objekt vereinen sich Relikte aus dem Museum of Modern Art und einem "Dress for Less" (eine Tiefpreis-Handelskette) in San Francisco mit einem Relikt aus dem Holocaust Museum in Washington. Das Objekt, das die Inspiration zur T.A.04196 "T.A.Künstler und Kinder" auslöste - ein OP-Schlitztuch aus dem Landeskrankenhaus Steyr - verbindet die genannten Relikte. In den drei vorgegebenen Wandnischen hängen "Goldminenarbeiten auf Papier" aus den Jahren 1990 und 1991. Diese Arbeiten korrellieren konzeptuell, als von Markttendenzen abgenabelte Wertpapiere, mit allen vergangenen und allen zukünftigen Transformatorhandlungen bzw. mit allen zukünftigenTagen, an denen ein Freitag auf den 27sten fällt.
Raum 3 - Der höchste, nach "oben offene" Raum
An der Stirnwand ist die grossformatige Videoprojektion der goldenen Eingangsschwelle im Galerieraum 1 zu sehen. Als Vertikalprojektion einer am Boden installierten Gestaltungsfläche ist sie auch ein Hinweis auf die zukünftige Aufrichtung der goldenen Bodenobjekte. Bei der Vernissage erlebt man diese Projektion als Liveübertragung. An den weiteren Tagen der Ausstellung zeigt sie den erweiterten Gestaltungsprozess des Eröffnungstages als geraffte Dokumentation, konzentiert auf einen bestimmten Augenblick des Eintritts. Am Boden stehen Bildschirme, die Eindrücke von der Ressource Gold aus der Anfangsphase des T.A.Projekts als Endloswiedergaben zeigen.
Video als ein frühes Element meiner Arbeit - ein Rückblick auf das zentrale Thema von Installationen der Jahre 1989 bis 1991 - neu inspiriert durch den Besuch der Bill Viola Ausstellung im MoMA San Francisco.
Raum 4 - Der Kellerraum
Ein Gewölbekeller, ursprünglich gebaut, um Vorräte zu lagern und Lebensmittel langzeitig zu konservieren. Diese ursprüngliche Funktion wird von mir in Form einer Einlagerung von Werken aus vergangenen und aktuellen Schaffensperioden reflektiert.
Boden
Die Böden der Räume 1 bis 3 werden mit schweren Packdecken ausgelegt. Diese werden aus Filzgewebe hergestellt und primär zu Transportzwecken eingesetzt, um empfindliche Oberflächen zu schützen. Als Bodenbelag zweckentfremdet, dienen sie hier der Neutralisierung verschiedener Bodenstrukturen. Sie verbinden die drei Räume, betonen die Zusammenhänge und sensibilisieren den Rezipienten auf seinem Kunstweg durch die Räume.
Durch die überlappende Verlegungsart der Packdecken und deren Zweckentfremdung kann die Bodeninstallation auch als eine Anspielung auf die Blattvergoldungstechnik und deren Erweiterung als soziales Medium im Rahmen meiner Kunstartikulation verstanden werden. Elementares Gold durch Affinierung und Raffinierung über Jahrtausende recyceled und umgeschmolzen. Gold zu begrifflichem Filz materieller und immaterieller Wertigkeiten verwoben - nun befreit und begrifflich erweitert, um mittels Kunst als Wahrheit zu erscheinen und dadurch menschliches Leid zu lindern.

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