Ort:    Schlossgalerie Steyr
Zeit:   6. - 26.10.1994
Art:    Minenfeld #1

 

Installation eines goldenen Bodenfeldes mit inhaltlichem Schwerpunkt auf das Thema Zeit und Mensch zum Anlass der Ausstellung "100 Jahre Fachschule für Kunsthandwerk".

Als ehemaliger Absolvent der Fachschule wurde ich eingeladen, mich mit einigen Exponaten an dieser Jubiläumsausstellung zu beteiligen. Ich nahm diese Einladung zum Anlass, ausser den von mir zur Verfügung gestellten Exponaten (drei Wandobjekte aus der T.A.02094) das Thema Zeit und Kunst aufzugreifen und mit meinen derzeitigen künstlerischen Ausdrucksmitteln eine neue Arbeit zu realisieren. Diese soll den "Zeit-Raum" der Ausstellung wie die Spuren bzw. den Weg der Besucher in einen Kunstprozess  konservieren und so dauerhaft in die Zukunft transportieren.

Die Umsetzung erfolgt in Form eines 27-teiligen Bodenfeldes aus blattvergoldeten Holzelementen. Unter der Blattgoldschicht befinden sich Bildinhalte, welche das Thema in komplexer Weise behandeln. Im Gegensatz zu den bei vorherigen Projekten von mir verwendeten Materialien wie Fotografien und laminierte Fotokopien,  verwende ich hier erstmals eine Siebdrucktechnik für die Aufbringung der Bildinhalte. Eine "dauerhaftere" Technik, gedacht als Hinweis auf den thematischen Zeitaspekt der verwendeten Bildinhalte wie auch auf das Thema der Ausstellung.

Das Bodenfeld, nenne ich "Minenfeld" in Anspielung auf die im Element Gold verborgene Ambivalenz der Werte. Einerseits ein Hinweis auf die todbringenden, militärischen Minenfelder als taktisch-heimtückische Waffe ("Gold für Eisen") und andererseits die Suche nach (materiellem) Glück in den (Gold) Minen der Erde.

Die Basis (= die ersten zwei Reihen - 8 Felder - beim Eintreten) beinhaltet wissenschaftliche Motive aus der Suche des Menschen nach seiner Vergangenheit (Schädel und Trittsiegel von Hominiden) und dessen Drängen in eine kosmische Zukunft (erster Schritt auf der Mondoberfläche). Vielleicht als Trennlinie sollen zwei Felder mit religiösen Motiven den kritischen Überbau bilden. Die mittleren Reihen beziehen sich auf Technik, Kunstgeschichte und die Prozesshaftigkeit der Idee. Der obere Teil besteht aus einem zentralen Feld, welches das menschliche Leid in Verbindung mit Gold beinhaltet. Den Abschluss bildet eine Reihe von 4 Feldern, welche als Thema die Arbeit von vier, von mir hochgeschätzten, "hochkarätigen" Künstlern und deren Umgang mit Gold beinhaltet: Joseph Beuys, Yves Klein, James Lee Byars und Lowry Burges.

Johannes Angerbauer 1994

 


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