"Ich war in einem saalartigen, sehr hellen Raum, der ganz in Weiß und Gold gehalten war. Prächtige Barockmöbel standen an den Wänden, und der Boden war mit kostbaren Parketten ausgelegt. Als ich aus dem Fenster sah, erblickte ich einen kleinen Pavillon in einem französischen Park. Irgendwo spielte man die Kleine Nachtmusik. Plötzlich wußte ich, daß es dies alles nicht mehr gab. Das Gefühl, einen schrecklichen Verlust erlitten zu haben, überfiel mich mit Gewalt. Ich preßte die Hände auf den Mund, um nicht zu schreien. Da erlosch das helle Licht, das Gold versank in der Dämmerung, und die Musik ging in monotones Trommeln über. Ich erwachte. Der Regen schlug gegen die Scheiben. Ich blieb ganz ruhig auf dem Bett liegen und lauschte. Die kleine Nachtmusik hatte sich im Regen versteckt, und ich konnte sie nicht wiederfinden. Es war wie ein Wunder, daß mein schlafendes Hirn eine vergangene Welt zu neuem Leben erweckt hatte."

 

"Die Wand", Seite 209, von Marlen Haushofer

 

Die "T.A.Wand" entsprang einer Einladung der Galerie Steyrdorf eine Arbeit zum Thema Marlen Haushofer zu realisieren. Während des Telefonats mit Erich Fröschl erhob sich ein Vogel hinter einer Transportkiste, zog seine Kreise und verließ mein Atelier durch die Eingangstür.

 

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