2.2. Entmystifizierung und Entmaterialisierung

 

Angerbauer grenzt sich hinsichtlich der Entmystifizierung und Entmaterialisierung des Goldes sowohl von den zeitgenössischen als auch von den vorangegangenen Künstlern ab. Niemals zuvor haben Künstler, die sich mit dem Thema und Material Gold beschäftigen, den menschlichen Aspekt im Gold behandelt. Nie zuvor wurde das im Gold eingeschmolzene menschliche Leid auf diese Art und Weise dargestellt. Das Ziel, das sich Angerbauer gesetzt hat, ist die Entmystifizierung und die Rückkehr des Goldes zur Erde. Dies kommt in den einzelnen Phasen seines Werkes unterschiedlich zum Ausdruck, ist aber immer ein Hinweis auf den oben beschriebenen, immateriellen und meist vergessenen Aspekt im Golddenken: Das menschliche Leid.
Der Mythos des Edlen verschwindet, wenn man Gold mit Füßen tritt (Abb. 4). Was passiert bei diesen Handlungen mit den Werten? Es erfolgt die Umkehrung der Werte, d.h. das Gold wird entwertet. "Wahres Gold als Begriff für das seit Jahrtausenden immerwährende eingeschmolzene menschliche Leid und die aus dieser Erkenntnis resultierende Menschlichkeit - entma(ch)terialisiert und entmystifiziert." "Erst wenn man Gold erkannt hat, ist man es wert, es zu besitzen." Hier möchte Angerbauer einen tiefgreifenden Denkanstoß geben. Trägt man Gold als Schmuck, sollte man sich auch die harten Produktions- und Ausbeutungsmethoden der Goldlieferanten vergegenwärtigen.
Wenn man sich dieser Wahrheit bewußt wird, ist der nächste Schritt, sich die menschlichen und sozialen Komponenten bewußt zu machen. Erst dann, in dem Moment, in dem man die Wahrheit erkannt hat, wo der Ursprung des Goldes liegt, ist ein positives Symbol geschaffen, das die Geschichte und die Menschen verbindet.

2.3. Transparenz der Werte

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