| Oberösterreichische Nachrichten | Linz: Extra vom 13.07.1995 - Seite 001 |
| Titel: Privater Hilfsfonds für Steyrer Kultur Text: STEYR (bet). Einen "Überparteilichen Hilfsfonds für Opfer der städtischen Kulturpolitik in Steyr" richtete vor wenigen Tagen der Künstler Johannes Angerbauer ein. Das erklärte Ziel des Eisenstädters ist es, Kunstprojekten, die nicht subventioniert wurden, mit Hilfe eines Spendenkontos Geld zukommen zu lassen. Den Anlaß zum Engagement bot persönliche Betroffenheit: Der Steyrer Kulturausschuß hatte ein Ansuchen des Künstlers um einen Druckkostenbeitrag abgelehnt. Die von Angerbauer ins Leben gerufene Initiative soll Finanzmittel für vernachlässigte Kunstprojekte garantieren und andererseits eine Dokumentation der abgewiesenen Anträge ermöglichen. Auf keinen Fall will der Künstler eine aggressive Gegenposition zur Stadtpolitik betreiben. Vielmehr möchte Angerbauer mit "ad HOK" an das schlechte Gewissen der verantwortlichen Stadtpolitiker aus dem Hintergrund heraus appellieren. Die Ersteinlage auf das Fonds-Konto betrug 5.000 Schilling und stammt aus dem Verkauf eines Objektes von Angerbauer. Die erste Auszahlung in der Höhe von 611 Schilling verwendete der Künstler zum Ankauf von 13 Reclambüchern als Geschenk an den Kulturausschuß von Steyr. Jährlich sollen die Ein- und Ausgänge des Kontos in einer Regionalzeitung offengelegt werden. Für Angerbauer ist die Entwicklung von "ad HOK" zu einem oberösterreichweiten Netzwerk wünschenswert. In der Galerie Pohlhammer - Museum Arbeitswelt ist noch bis 30. Juli Angerbauers Ausstellung "T.A.02895 Minenfeld 4" zu sehen. |
Bildtext: Will vernachlässigte Kultur mit seinem Projekt "adHOK" fördern. Foto: Kainrath |
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