T.A.02895

 

Ort:    Galerie Pohlhammer - Museum Arbeitswelt, Steyr
Zeit:   
3. - 30. Juli 1995
Art:    Minenfeld #4
und Erstaufrichtung der Arbeiten aus T.A.02595 und T.A.02795

 

Der Besucher betritt den Raum über ein goldenes Minenfeld, bestehend aus 4 Tetraden (= 16 Minenobjekte mit je 50 x 50cm).

An der Stirnwand des Galerieraums, der ihr gegenüberliegenden und der linksseitig an die Museumshalle grenzenden Wand hängen jeweils drei Wandobjekte (90 x 200cm), welche ein Triptychon bilden. Alle neun Objekte entsprangen der T.A.02595 die vom 27.4. bis 10.5.1995 in der Steyrer Rathauspassage stattfand. Zentrales Thema dieser Handlung mit dem Titel "...noch nicht mit Erde bedeckt", waren die Jubiläumsfeierlichkeiten zu "50 Jahre Ende des 2. Weltkrieges". Die dabei geschaffenen drei Triptychen werden hier erstmals aufgerichtet.

Drei Gußeisensäulen teilen den Raum. Diese Raumteilung wird von zwei mal drei, von der Decke in Augenhöhe, abgehängter Minenobjekte aufgenommen und betont. Die sechs Objekte (je 50x50cm) stammen aus den drei Minenfeldern der T.A.02194 (Schloßgalerie Steyr), T.A.02294 (Kunst94 Zürich) und der T.A.02695 (NÖ Viertelgalerie Weistrach). Die frei im Raum hängende Art der Aufrichtung ist ein Hinweis auf die Gleichwertigkeit von Vorder- und Rückseite. Die Textlegende auf der Rückseite der einzelnen Wandobjekte ermöglicht den Zugang zum konzeptuellen Teil der jeweiligen Arbeit und zeigt im Gesamtfeld die Position des Einzelobjekts zur Zeit des Gestaltungsprozesses. Die "Rückseite" wird so zur "Vorderseite", das Tafelbild zur Skulptur. Die architektonische Teilung des Raumes spiegelt sich im Objekt als eine Verbindung.

An der, vom Eingang her gesehenen, rechten Wand hängen drei Einzelobjekte (85x124cm) aus der T.A.02795, welche beim Steyrer "Fest der Begegnung" am 13. Mai 1995 im Museum Arbeitswelt stattfand. Weitere drei Objekte bilden ein Triptychon. Dieses hängt auf der dem Eingang am nächsten befindlichen Wand und steht so in räumlicher Nähe zum Entstehungsort (Das Triptychon bildete beim "Fest der Begegnung" die Eingangsschwelle in den Festsaal). Der Bildinhalt aller sechs Objekte ist gleich und beinhaltet das Fotozitat einer Aufnahme von Daniel Schwartz, welches ein madonnenhaftes Flüchtlingsbildnis - Mutter mit Kind - aus Bangladesch im Juni 1992 zeigt.

Das aktuelle Minenfeld #4, als Eingangsschwelle, nimmt erweiternden Bezug auf das Thema "Begegnung". Die Bildinhalte sind in Form von vier Tetraden konzipiert, welche den aktuellsten Stand der Wissenschaft zum Inhalt haben. Allesamt sind es digital bearbeitete Bildzitate aus der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft": Der intelligenteste Bonobo Zwergschimpanse "Kanzi", der höchstentwickeltste Roboter COG, eine Hubble Teleskopaufnahme von einem Galaxienhaufen und das Bild eines DNA-Fadens.

Mikrokosmos und Makrokosmos, Technik und Natur vereinen sich in der Begegnung mit den Spuren der Menschen die den Festsaal des Museums über die goldene "Zeitschwelle" der T.A.02895 betreten.

 

Johannes Angerbauer 1995

 

(Zu dieser Arbeit erschien eine Publikation als Prozessdokumentation mit einem
Vorwort von Mag.Dr. Peter Assmann - Leiter der O.Ö. Landesgalerie, Linz)