Deigma - Wesen und Aufbau

 

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Einleitung

Die Inspiration zur Idee des Kunstprojekts T.A. kam Mitte der 80er Jahre, ausgelöst durch die spontane Erkenntnis des menschlichen Leids an der Ressource Gold.

1989 mit der T.A.0189 begann ich die thematische Aufarbeitung und symbolische Reinigung des Elements in Form einer Serie von "Handlungen". Die Entziehung des materiell Sichtbaren durch die "Rückgabe des Goldes an die Erde" war zentrales Anliegen. Mit dem Wissen der Erkenntnis des Ursprungs arbeitete und realisierte ich anfangs meine Projekte vorwiegend "aus dem Bauch heraus". Im Laufe der Zeit vermehrte sich mein Wissen um die komplexen Zusammenhänge von Mensch, Zeit und Gold. Ich begann zu "vergessen".

Die Einbeziehung des "Menschen ansich" in einen Kunstprozess und die damit verbundene Schaffung einer gemeinsamen Lebensgebärde als wesentlichstes Kunstmerkmal vollzog sich 1993 durch die Realisierung der ersten vergoldeten Bodenschwelle. Diese war Teil der T.A.01793, welche als Environment in der Hausgalerie des Künstlerhauses Wien installiert wurde. Jeder Besucher der Galerieräume trug durch das Begehen der goldenen Eingangsschwelle und der dadurch sich vollziehenden Erosion dazu bei, Gold wieder zu seinem Ursprung zurückzuführen - einen Kreis zu schließen - und dabei gleichzeitig Gestalter an einer Skulptur zu sein.

Im gleichen Jahr zeigte sich erstmals die Einbindung einer materiellen sozialen Ebene in meine Arbeit. 12 Spendenerlagscheine waren bei der in Salzburg vollzogenen T.A.01893 die zentralen Kunstobjekte. Mit den 1996 realisierten Projekten - der T.A.03796 (Aidshilfen) und der T.A.03996 (Frauenhäuser) - vollzog sich eine Festigung des sozialen Elements als Bestandteil meiner Projekte. Durch das im Zuge der T.A.01994 als Idee entstandene und im Oktober 1997 auf der Empore des Design Center Linz realisierte Projekt T.A.04597 (Aktion KultAnschluss) wurde der soziale Teil endgültig zu einem untrennbaren konzeptuellen Bestandteil der  Idee der T.A. ansich. Der Auslöser der Idee - das menschliche Leid - wird nun durch Kunst gelindert.

Mit der verstärkten Einbeziehung des Menschen als gleichberechtigten, aktiven Gestalter = potentiellen Künstler in die Projekte, wuchs meine Distanz zu meiner Arbeit. Sie fand ihren Höhepunkt in der Negation des Künstlerbegriffs. Seit 1996 führe ich mit Vorliebe die Berufsbezeichnung: geprüfter "Aufzugswart".

Die meiner Arbeit und meiner Art zu arbeiten zugrundeliegende Komplexität führte 1996 zur Entscheidung, das Medium Internet als globales Werkzeug zur Schaffung einer erweiternden Informationsebene zu benutzen. Das Projekt "Deigma" repräsentiert nun die jüngste Frucht dieser Entscheidung.

 

WESEN

Der Kunstmarkt - dessen Ursprung im 8. Jh.v.Chr. in Griechenland lag und woher auch der Name "Deigma" stammt (eine Markthalle im 5. und 4. Jh. in Piräus, wo auch Kunstgegenstände ausgestellt und verkauft wurden, Quelle: "Kunst oder Nichtkunst" von Tasos Zembylas)  - ist dreigeteilt in primäre (Atelier), sekundäre (Händler) und tertiäre (Auktionen) Handelsstrukturen. Durch das aktuelle Projekt "Deigma" soll hier eine Verschmelzung von Primär- und Sekundärmarkt stattfinden, dessen Ergebnis sich als ein formgebender Vorgang im Sozialbereich ausdrücken soll. (Die Dreiteilung des Kunstmarktes vergleiche ich hier mit meiner von Anfang der 80er Jahre an benutzten Begriffstriunität "GoldGelbGeld").

Die Polarität von materiellem und transzendentem Goldbegriff zu bearbeiten, die Spannung von Distanz und Nähe, von Verknappung (als ökonomisches Kunstmerkmal) und Vermehrung (als materielles Streben im Sozialbereich) mit künstlerischen Mitteln umzusetzen und dabei gleichzeitig Kunst, Markt und Soziales als Kunst=Wahrheit zu vereinen ist mein Anliegen. Wesentliche Aufgabe wird die kontinuierliche Aufarbeitung meiner bereits realisierten Arbeiten in Form von bildhaften und schriftlichen Beschreibungen sein. Die Dokumentation von stattfindenden und geplanten Projekten wird ebenso eingebunden. Auch nicht verwirklichte Ideen sollen hier öffentlich "deponiert" werden, um vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt gereift realisiert werden zu können. Ausgehend von diesem "Work in Progress", auch als erweiternde Informationsebene, soll eine Symbiose von Kunstmarkt und Sozialem ermöglicht werden.

Durch die kommerzielle Tatsache einzelne Werke wie in einem Katalog zu betrachten und gleichzeitig deren komplexes Umfeld wahrnehmen zu können, bietet sich für den privaten Sammler wie für den Händler ein jederzeitiger Einblick in meine Arbeit.  Zusätzlich besteht die Möglichkeit einen aktuellen Einblick über die Preisentwicklung der Arbeiten zu erhalten. Es existiert damit ein Werkkatalog, der zur Information und freien Benutzung zur Verfügung steht.

Mit dem Kauf eines Kunstobjekts ist die Leistung eines freiwilligen materiellen Anteils im Sozialbereich verbunden. Dieser Anteil ist als plastischer Vorgang zu verstehen. Die Freiwilligkeit manifestiert sich hier als eine moralische Verpflichtung, welche durch das Verstehen eines abstrakten Vorgangs als die eigentliche Vollendung eines jeden Kunstwerkes zu sehen ist. Der Besitzer = Rezipient wird so zum Gestalter.

Jeder Käufer kann und soll den Weg seiner Formgebung im Sozialbereich selbst bestimmen. Die Wahl des jeweiligen Sozialprojekts als "Spenden"empfänger trifft der Gestalter. Als einzigen Eingriff in dieser Hinsicht erlaube ich mir, mich über die formgebende Eigenschaft der Sozialprojekte zu informieren und deren Seriosität zu prüfen. Gleichzeitig soll der - dem Kunstbereich entsprungene - plastische Vorgang im Sozialbereich kontinuierlich dokumentiert und so erweitert werden.

 

AUFBAU

Das vorliegende Projekt wird mit der seit 1993 von mir verwendeten begrifflichen Dreiteilung "Ort - Zeit - Art" als durchgehende Grundstruktur aufgebaut.

"Ort" beschreibt hier bildhaft den Gestaltungsort der Projekte, wie auch Details daraus, und steht so formal in Verbindung mit "Art". "Art" beschreibt bildhaft den Lageplan der Gestaltungsfelder in Form von verkleinerten "clickbaren" Bildern (Thumbnails) der Objekte bzw. der unter dem Blattgold liegenden, verborgenen Bildinhalte. Sie wird den Zugang zu einer detaillierteren Informationsebene der einzelnen Objekte ermöglichen. Auf dieser Ebene wird beim "Eintauchen in das visuelle Feld" auch der materielle Marktaspekt, welcher ja gleichzeitig Ausgangspunkt für die Formgebung im Sozialbereich ist, sichtbar werden. Die Ebene "Zeit" bilden die Textlegenden zu den Feldern.  Sie ermöglichen ein vertiefendes Verständnis der komplexen Zusammenhänge durch weiterführende "goldene" Links. Hier beginnt der Eintritt in das global vernetzte Wesen des Internets.

Ein "Blick" Zähler auf jeder Seite soll auf den Prozesscharakter des Projekts verweisen. Jeder Einblick hinterlässt seine Spur in Form einer Zahl. Feedback in Form von e-mail ist erwünscht und wird in Form eines "FAQ" ähnlichen (Fragen, Antworten und Meinungen - derzeit leider nur deutschsprachig) "Gästebuchs" dokumentiert werden. Per e-mail gestellte Fragen werden selbstverständlich auch direkt beantwortet.

Als praktischer Einstieg zur T.A.02294 :

 

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work in progress...


           Einblicke seit 25. Mai 1998 - Letzte Änderung am 7. Juni 1998

Aktuelles Projekt
T.A.04998