| er sein Buch gerade zu dieser Zeit schrieb, ist ein Indiz dafür, daß das allgemeine Denken mehr und mehr in diese Richtung ging. Daß er jedoch weder Beuys und Klein, noch Long oder Kiefer, noch Gilbert & George einbezieht, ist ein Zeichen, daß ihre offensichtliche Verwandt- schaft zu seinen Ideen ihm damals noch durch ihre Ausdrucksmittel verdeckt blieben und daß er sich der Folgen dieser Strukturveränderung noch nicht bewußt war. Weil wir heute unsere Erkenntnisse nicht mehr als Geheimnis hüten, beginnen wir vielleicht - worauf Beuys, Klein und Rothko hindeuten - über alte Geschichtsvorstellungen hinauszugehen und einen neuen Zeitbegriff zu entwickeln. Dieser beruht auf einer immerwährenden Gegenwart, in der das Individuum die Verantwortung für sich selbst trägt und aufhört, mit der Vergangenheit zu hadern. Steiner und Heindel waren im 19. Jahrhundert Vertreter einer Strömung, die von Blake bis Van Gogh reichte und in welcher sich freidenkerische Ideen von der geistigen und sozialen Rolle des Menschen vorwärts drängten. Beuys, Klein Rothko scheinen mit allerdings neueren Ansichten in diesem Strom mitzuschwimmen. Es scheint ein dichtes Netz freidenkender Individuen in allen Lebensbereichen zu geben. in Kenntnis oder Unkenntnis ihrer Verknüpfung suchen sie nach alternativen Lösungen ihrer Probleme, wenn die angebotene Lösungen versagen. Sie warten nicht darauf, daß sich die Welt verändert; sie wissen, daß wir selbst uns ändern müssen, wenn wir einen Wandel der Gesellschaft erreichen wollen, denn wir sind die Zukunft. viele glauben, daß der bevorstehende Umschwung nicht durch ein neues politisches, religiöses oder philosophisches System hervorgerufen wird, sondern durch einen neuen Geist, eine vollkommen neue Weltsicht, die sowohl die letzten Erkenntnisse der Wissenschaft als auch Einsichten in die frühesten überlieferten Denkprozesse einschließt. Befinden wir uns mitten in einem weitreichenden Strukturwandel, einem Paradigmawechsel, wie die Naturwissenschaftler sagen, oder könnte dies ein Teil der Evolution sein, an die Beuys und Klein geglaubt haben? |
| Die Idee eines solchen un-kollektiven kollektiven Unterfangens ist
vielleicht das einzig Sinnvolle für einen Organismus wie die Menschheit, der sich aus
lauter Individuen zusammensetzt, die zwar eng miteinander verbunden, dennoch völlig
isoliert sind. Es ist jedoch am einfachsten, sich als Gefangener zu fühlen, vorgeben zu
können, daß einem die Hände gebunden seien und man die Verantwortung für eine
individuelle Freiheit nicht übernehmen könne. Rudolf Steiner schrieb "Verödet der
Mensch sein Leben dadurch, daß er den
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| Von mir gefunden, entwendet und ins Netz gestellt am 29. November
1998
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T.A.05198 Johannes Angerbauer
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