| Aktion
"Kristalltag"
|
||
|
|
||
| DOKUMENTATION
- 1938 u. 1998
|
||
| 1938 | ||
| Die "Steyrer Nachrichten"
berichteten über den 9. November 1938 in Steyr:
|
||
| "Auch in Steyr wurde die SS alarmiert und die Juden wurden von den schwarzen Männern aus den Betten geholt. Wieder einmal zeigte sich die Feinmaschigkeit der jüdischen Organisation. Denn merkwürdigerweise waren fast alle männlichen Juden 'geschäftlich' verreist. Die in ihren Wohnungen angetroffen wurden, wurden in die Polizeikaserne gebracht und dort angehalten, um berechtigte Ausschreitungen der erbitterten Bevölkerung zu verhindern. Sie wurden diesmal noch höflich behandelt. Aber bei einer Wiederholung könnten wir keine Gewähr mehr dafür übernehmen." Dann wurde die Warnung ausgesprochen: "Wer sich unbelehrbar uns entgegenstellt, wird vernichtet." | ||
|
|
||
| Der Zeitzeuge Dolf Uprimny
schildert das Novemberpogrom in Steyr: "Den Kampf gegen die Juden, den die Nazis führten, liessen uns auch unsere Hausparteien spüren. Der Sohn einer solchen Hauspartei drang in der Reichskristallnacht als SA-Mann in unsere Wohnung ein und fotografierte alles. Am Sparkassengebäude am Stadtplatz befand sich ein Schaukasten, in dem Fotos der demolierten Wohnungen und der Juden im Gefängnis ausgestellt waren. Meine Mutter wurde eingesperrt, weil sie sich aufregte, was in unserer Wohnung gemacht wurde. Sie wollte Selbstmord begehen, aber ein Polizist hinderte sie daran. Die Wohnungen der Juden wurden, oft auch mit Hilfe von Hausbewohnern, durchsucht und bestohlen. In der Reichskristallnacht wurden wir vom Wieserfeldplatz in den Wehrgraben getrieben und wieder hinauf zur Polizeikaserne und dort verhört. Meine Schwester wurde beim Verhör geschlagen. Dann kamen wir in die Berggasse ins Gefängnis. Ich kam mit meinem kleinen Bruder in die Zelle, wo auch ein 70 bis 80jähriger Jude aus Neuzeug namens Deutsch war. Die Zelle war voller Juden. Der Gefängniswärter war sehr erregt, weil er alle kannte und auch Kinder ins Gefängnis kamen. Mein Bruder war erst sechs Jahre alt (siehe Heydrich Fernschreiben vom 10.11.38). Als er gefragt wurde, warum er im Gefängnis ist, sagte er, weil er Jude ist. Was ein Jude ist, antwortete er den SS-Leuten stolz, wüßte er. Auch Frauen waren eingesperrt." >Dolf Uprimny (+1996) musste schon als fünfzehnjähriger Jugendlicher seine Heimatstadt Steyr verlassen. Ihm gelang im November 1938 die Flucht und die illegale Einwanderung nach Israel.< (Quelle: "Vergessene Spuren - Die
Geschichte der Juden in Steyr", 1998
|
||
| 1998 | AKTUELLE TAGEBUCH DOKUMENTATION (ab 5.Mai 1998) | |
| 7. November | ||
| Ort: Verschiedene in Steyr | ||
| 9. November | ||
| Ort: Private Wohnung, korrelierend zum 10.11.1938, in Steyr | ||
| ab 10. November 5.00 früh | ||
| Ort: Internet Kristalltag Datei
|
||
| IDEE |
| KONZEPT |
| KRISTALLTAG DATEI |
| LINKS UND QUELLEN |
| TAGEBUCH 1998 |