Ein Augenzeuge berichtet
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| (...) Endlich, nach 32 Minuten ist alles tot! - |
| Von der anderen Seite öffnen Männer vom Arbeitskommando die Holztüren. Man hat ihnen - selbst Juden - die Freiheit versprochen und einen gewissen Promillesatz von allen gefundenen Werten für ihren schrecklichen Dienst. Wie Basaltsäulen stehen die Toten aufrecht aneinandergepreßt in den Kammern. Es wäre auch kein Platz, hinzufallen oder auch nur sich vornüber zu neigen. Selbst im Tode noch kennt man die Familien. Sie drücken sich, im Tode verkrampft, noch die Hände, so daß man Mühe hat, sie auseinander zu reißen, um die Kammern für die nächste Charge frei zu machen. Man wirft die Leichen - naß von Schweiß und Urin, kotbeschmutzt, Menstruationsblut an den Beinen, heraus. Kinderleichen fliegen durch die Luft. Man hat keine Zeit. Die Reitpeitschen der Ukrainer sausen auf die Arbeitskommandos. Zwei Dutzend Zahnärzte öffnen mit Haken den Mund und sehen nach Gold. Gold links, ohne Gold rechts. Andere Zahnärzte brechen mit Zangen und Hämmern die Goldzähne und Kronen aus den Kiefern - ... |
| Die nackten Leichen wurden auf Holztragen nur wenige Meter weit in Gruben
von 100 mal 20 mal 12 Meter geschleppt. Nach einige Tagen gärten die Leichen hoch und
fielen alsdann kurze Zeit später stark zusammen, so daß man eine neue Schicht auf
dieselben draufwerfen konnte. Dann wurden zehn Zentimeter Sand darüber gestreut, so daß
nur noch vereinzelt Köpfe und Arme herausragten. - Ich sah an einer solchen Stelle Juden
in den Gräbern auf den Leichen herumklettern und arbeiten. Man sagte mir, daß
versehentlich die tot angekommenen eines Transportes nicht entkleidet worden seien. Dies
müßte natürlich wegen der Spinnstoffe und Wertsachen, die sie sonst mit ins Grab
nähmen, nachgeholt werden. Weder in Belzec noch in Treblinka hat man sich irgendeine
Mühe gegeben, die Getöteten zu registrieren oder zu zählen. Die Zahlen waren nur
Schätzungen nach dem Waggoninhalt...(...)
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| (Niederschrift des SS-Obersturmführers Kurt Gerstein am 4.Mai 1945) |
| Seite 189/190 aus dem Buch "Der Gelbe Stern".
Die Judenverfolgung in Europa 1933-1945, von Gerhard Schoenberger.1993. Fischer
Taschenbuch Verlag. ISBN 3-596-10601-X
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| Von mir entwendet und ins Netz gestellt am 18.Okt.1998
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T.A.05098 Johannes Angerbauer |