| OÖNachrichten - Kultur S. 7 13.Nov.1998 | |
| Menschen hinterlassen ihre Spuren.
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| KUNST IM NETZ: Aktion zur "Kristallnacht" | |
| Für das Licht der Zukunft | |
| Gold schimmerndes, zerberstendes Sicherheitsglas. Das ist die Startseite
des neuen Kunstprojekts "Kristalltag", das der oberösterreichische Künstler
Johannes Angerbauer im Internet präsentiert. Konzept der bemerkenswerten Webside: erstens
die Vergangenheit als Fundament, die Gegenwart als Gebäude und die Zukunft als Dach. Als
Ausgangspunkt wählte der Künstler das Schußattentat von Herschel Grynszpan auf den
deutschen Legationssekretär Ernst vom Rath am 7.11.1938. Dieses Attentat diente den Nazis als willkommener Anlaß für einen Propagandafeldzug gegen die Juden. Das sich daraus entwickelnde Pogrom vom 9. auf 10. November 1938 ging als "Reichskristallnacht" in die Geschichte ein. Angerbauer verwendete ein Foto von Grynszpan als Basis, setzte darauf eine blattvergoldete Verbundsicherheitsplatte. Am 7. November hinterließen Menschen, die selbst das Schicksal einer Vertreibung erleiden mußten, ihre Spuren auf dieser Platte, deren Spannung am 9. November durch Zerschlagen gelöst wurde und zugleich als Symbol für den Knall der Schüsse des Attentats und das Klirren der Scheiben in der Reichskristallnacht steht. Der Titel "Kristalltag" steht für jenes das Dunkel der Nacht vertreibende Licht der Zukunft. Zu sehen und zu hören unter http://www.ta-art.com/kristalltag.htm (irju) |